ALPtrachten –
eine Landschaftsinstallation mit Performance, Musik und Text
3.Juni bis 28. September 07

Ausserrhoden l Bodensee l St.Gallen l Toggenburg l Innerrhoden

Konzept l Organisation Gisa Frank

Fotografie Peter Schütz l Martin Benz

AkteurInnen Christine Enz l Monika Reichle-Rüegg l Marianne Bänziger l Franziska Stüdli l Rolf Hauenstein l Doris Willi l Deborah Rossi l Selina Reichle l Michèle Butz l Madeleine Mosimann l Annina Wieland l Kristin Stüdli l Eva Maron l Maria Trionfini l Rhea Wiederkehr l Susanna Sulzer

Tanz Volkstanzgruppe Appenzell

Musik l Gesang Flurin Rade (Accordeon) l Christian Fitze (Hackbrett) l
Valentin Surber (Cello) l Ficht Tanner (Contrabass) l Beni
Krüsi (Gesang) l Beni Berweger (Gesang) l Philip Wirth
(Contrabass) l Jürg Surber (Contrbass) l Katharina Surber-
Kern (Violine) l Werner Meier (Violine), Rosmarie Hebeisen
(Accordeon)

Technik l Aufbau Bruno Wiederkehr l Kuno Hostettler

Vom be-trachten
…. verweilen und sinnen, an etwas denken, auf etwas achten, nach etwas streben, bedenken, aussinnen, bemüht sein, suchen, streben, untersuchen, erwägen, traktieren, herumzerren.
5 x 3 Alp-wanderbilder auf Leinen an „Huttlesuule und Störgeli“ sind während 117 Tage in Wind und Wetter unterwegs. Die Fotos auf den Leinen setzen Funken von Heimatgefühl und Tradition, Ewigkeit und Stille in die Landschaft, an Wegen, Kreuzungen und in Parkanlagen.
20 (be-)trachtende AteurInnen auf Campingstühlen, mit Feldstechern und 6 MusikerInnen performen an 8 von 12 Standorten. Um die Leinen entstehen 5 Szenen zum Be-trachten. Viele Wanderer, Hunde und Kinder werden zufällig Teil des Geschehens. Es entstehen bewegte, musikalische Bilder und unzählige zufällige Begebenheiten.

Kunst im Freien – der Hudellauf mit den Tücken und Launen der Himmelsregungen
Trogen – ab 3. Juni, Vernissage rund um das Kulturhaus Palais Bleu in Trogen anlässlich der kleinen Kulturlandsgemeinde AR, getragen von der Ausserrhodischen Kulturstiftung und dem Amt für Kultur AR.

Lange, kalte Tagen, offener Himmel kurz vor Beginn der Freiluft-Performance, Aktionen auf 5 Spielplätzen, Tanz, Musik, ein Zäuerlichor, Text und Schauspiel, ca. 300 ZuschauerInnen verschieben sich ständig zwischen den Leintüchern und be-trachten zweierlei bewegten Bilder zu „Stobete“, einer Prozession, dem „Zämeschtoh“, Alpauf- und Alpabzug, schauen in die und aus den Bergen – Aktion und Fotos auf Leinen.

Hundwilerhöhe – ab 23. Juni, Gewittermeldung, Huddelwetter, „Not-rettung“, Leinen stehen waagrecht, Serie 1 „Sender“ in Fetzen, Nähaktion, unruhiger Schlaf, Aktion nur ganz nah am Gasthaus möglich, Südwürscht und grosse Gastfreundschaft in der Gaststube, Abtransport mit Materialbähnli, juchzende Talsprünge

Private Gärten – 6.-20. Juni, leichte Windböen auf Hügeln, hinter Museum, beim Bahnhof, nasser Abbau, Leinen trocknen in den Stuben
Gupf Rehetobel – ab 29. Juni, strahlendes Wetter, heisse Herzer unterm Himmel, Performance auf Krete zwischen Gupf und Kaienspitz ca. 5km Länge, Sicht auf Bodensee und Alpstein, bewegte Wanderung mit 5 MusikerInnnen (neue Besetzung), Sonnenstich, Bauernschimpfete über „komisch-modernes Zeug“
Gonten – ab 4. Juli, Wetterschleuse zwischen Jakobsbad und Gontenbad, Leinen am Barfussweg verteilt, drei Innerrhoder Landwirte retten die Installation, setzen eigene „Huttlesuule“, stellen „Störgeli“ wieder in Senkrechte und rufen bei Sturmgefahr an, neben der Weite des Golfplatz stehen die flatternden Leine 16 Tage alleine zwischen BarfüsserInnen und verlorengegangenen Golfbällen
Seeanlage Arbon – ab 20. Juli, heisses Sommerwetter, 34 Grad, Sturm kommt auf, Nachricht von Randalismus in den Seeanlagen, Bodenbeschaffung lässt kein Befestigen der Installation zu, Locheisen? Bohrmaschine? Frustration, Besprechung mit Bauamt, Bauer, benachbarten Architekten, politisch umstrittener Bauplatz wird Aktionsfläche hinter Gitter und bringt Aufregung und Begeisterung von Passanten am See mit sich, „Nachtbuebe“ bewachen die Leinen, Tage später entsteht zweite Aktion zu zweit mit Feldstecher und Seesicht

Private Gärten – ab 1. August
Tropfende, bereits ausgebleichte Leinen am Strassenrand, der Bahnlinie, in der Innenstadt, an Hausmauern, Anfertigung von 3 zusätzlichen, wetterfesteren Bildserien auf Fahnenstoff

Stadtpark St. Gallen – ab 10. August
Wildes, warmes Herbstwetter, Stadtparkboden nimmt Stangen weich auf, Gartenbauamt schlägt täglichen Auf- und abbau vor, Leinen über Nacht hängen gelassen, endet mit Diebstahl von 3 wetterfesten Bildserien, Zeitungsaufruf, Performance am 11. August im Nassen mit 20 zusätzlichen StatistInnen, Abendvorstellung am 17.August beim Frauenpavillon in feiner Stimmung und mit spannendem Echo, eine Akkordeonspielerin und eine Violinistin übernehmen neu die Begleitung, Müdigkeit bei den Akteurinnen
Gäbris Gais – ab 18. August, stark wechselndes Wetter, Leinen weit verteilt um den Unteren Gäbris, trachten für fast drei Wochen alleine in den Alpstein, Ketten lösen sich
Iburg Wattwil – ab 14. September, warmes Herbstklima, Leinen flattern am Jakobsweg, sind Teil der Ausstellung „arthur2“ (Kunsthalle(n) Wattwil), Performance am 22. September im geschlossenen Innenhof und in der Höhe des Burgturms, erster männlicher Akteur kommt dazu, Publikum sitzt Mitten im Geschehen
Pfannenstil Brülisau – ab 23. September, heisser Wandersonntag mit vielen Touristen, erste Sonnenstrahlen bei Performancebeginn und letzte beim Abschluss, Glacestand, lustvolles Zusammenspiel von Musik und AkteurInnen
Rösslisaal Trogen – 28. September, mehr Kälte, Wetterwechsel, Versteigerung der Leinen, viele stetige Begleiterinnen des Projekts sind anwesend, Aktion führt weiter in den Rösslisaal zum Tanz, Publikum und Innerrhoder Volkstanzgruppe drehen den „Alliwander“, eine Polka und ein „Wälzerli“ für und mit allen Anwesenden, die ALPtracht-MusikerInnen spielen auf, Abschluss mit Libanesischem Essen, ein lustvoller, erfolgreicher Abend mit viel Geschichten über 117 Tage Wanderung

Weiterführung
Performancetage Kopenhagen 08, mit schauwerk AR fliegt ein Paket (Leintuch mit „TrachterInnen“) samt Anleitung zum Trachten in den Norden:
„Seil freihängend in Raum hängen, Leinen mit Klammern befestigen, Türen öffnen für Frischluftzufuhr,, wenige Tropfen „Appenzeller Alpenheu“ (Duftpräparat)verdünnt mit Wasser im Zerstäuber verschütteln und heuklima schaffen, im Radio Schweizer Sender suchen, sich an einem Tracht-platz setzen, verweilen und sinnen“

Postkarten
Zu Alp-trachten entstand eine Postkartenserie mit 31 Bildern vom TRACHTEN.